Gemeinde Sollstedt mit OT Wülfingerode & Rehungen
 

Bau der Friedetalbrücke (A38)
 
 
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Wülfingeröder Geschichte


Nacherzählt vom Kirchenbauverein Wülfingerode e. V.

Es war einmal: In der Grafschaft Hohenstein herrschte in den Jahren 1348 - 1350 und auch 1450, 1550, 1598 und 1665 die Pest oder auch der „Schwarze Tod" genannt. Über Wülfingerode sind dazu aber nur aus dem Jahr 1626 123 Opfer zu beklagen. Nur eine Sage hat sich bis heute überliefert. Es soll in Wülfingerode die Pest so stark gewütet haben, das jeder Verkehr dorthin abgebrochen wurde, und die Einwohner nicht mehr in der Lage waren für Lebensmittel zu sorgen. Die Einwohner von Sollstedt brachten Esswaren an den sogenannten Trompetergraben, der die Ortschaften voneinander trennte. Da sich die Sollstedter aber scheuten mit den Kranken in Berührung zu kommen, gaben sie den Wülfingerödern mit Trompetensignalen Nachricht, das sie Esswaren niedergelegt hatten.

Die erste Sankt Elisabeth-Kirche in Wülfingerode wurde im Jahr 1498 an dem heutigen Kirchenstandort errichtet. Reste der alten Kirche sind der untere Kirchturm. Die anderen Reste wurden mit dem Kirchenneubau 1857 / 58 abgerissen. Auf dem Kirchturm hängt heute noch die sogenannte Osannaglocke, die von dem alten Ort Rödichen stammte. Der Sage nach hat eine Schweinehirtin die Glocke beim Matzloch gefunden und am Schürzenband nach Wülfingerode gezogen.

Durchziehende Soldaten brachten 1673 eine Hautkrankheit nach Wülfingerode, die so schlimm war, das daran 22 Menschen starben. Von 1769 bis 1819 war Johann Jakob Rammelt Prediger in Wülfingerode. Er war ein Abkömmling Luthers und 50 Jahre Prediger in Wülfingerode. Im Jahr 1793 hat die Familie von Bodenhausen die Jahrhunderte im Besitz von Wülfingeröder und Sollstedter Güter waren, diese veräußert an den Herrn Domdechant von Stilke verkauft. Im Jahr 1797 wurde das Gutshaus oder Schloß von Hermann von Stilke erbaut. Im Jahr 1822 wurden die größte und kleinste Glocke der Kirche, die beide gesprungen waren, auf Kosten des Patronats und der Gemeinde neu gegossen. Um 1833 ist auch zur Verschönerung des Ortes einiges geschehen.

Der Teil des sogenannten Teichhofes, welcher zwischen den beiden Armen der Wipper liegt, ist aus einer Wiese in einen Park umgewandelt wurden. Durch den selben ist eine Chaussee und über den dem Gutsgehöfte amnächst liegenden Arm der Wipper eine steinerne Brücke gebaut worden. Die hölzerne Brücke oben bei der Mahlmühle ( heute Brücke Mühlweg ) wurde durch die Gemeinde auch im Jahr 1939 neu gebaut.

Obgleich auch in Wülfingerode viele kleine Landwirtschaften vorhanden waren, war es doch kein ausgesprochenes Bauerndorf. Die Hausweberei herrschte vor. Man webt in erster Linie einfache Leinwand. Es gab aber auch einige bessere Handweber die Bettuch und Schürzenstoff webten. In Rehungen stand die Plüschweberei im Vordergrund.

Schloss 1938Pfarrhaus 1938
Geschäftshaus Mecke 1938

Seit dem 15. Jahrhundert entwickelte sich auch in Wülfingerode die Leineweberei. Die Leineweberei wurde neben der Landwirtschaft betrieben, hauptsächlich im Winterhalbjahr. Die Weber bezogen ihre Garne und Rohstoffe vorwiegend aus Bleicherode und lieferten auch die Fertigerzeugnisse wieder in Bleicherode ab. So gab es 1892 14 Saisonbetriebe. Die Einwohnerzahl des Dorfes betrug im Jahr 1573 ca. 150 Personen und 1808 368 Personen. Im 17. Jahrhundert sind in Wülfingerode folgende Berufe ansässig. 3 Dachdecker, ein Ölmüller, ein Schmied und 2 Zimmerleute. Die Einwohnerzahl betrug 1840 643 Personen und folgende Berufe sind zu erwähnen, 1 Dachdecker, 1 Fleischer, 51 Leineweber, 2 Grobschmiede, 1 Schuhmacher, 1 Wagner, 1 Riemer, 1 Blattbinder, 1 Schneider, 4 Musikanten, 2 Tischler, 1 Stellmacher, und 1 Nadler.

Am 16. April 1820 wurde Friedrich Ferdinand Caesar aus Gerbstaedt als Prediger von Wülfingerode und Ascherode eingeführt. In den Jahren 1811 bis 1813 war er bereits Lehrer der beiden jüngsten Söhne des Herrn Kriegsrat von Stilke. Besonders besorgt war er um das sittliche Leben der Gemeinde Wülfingerode. Da er bei seinem Amtsantritt bereits 3 wilde Ehen vorfand. Auch hat sich Wülfingerode sehr durch die 1825 angelegte Chaussee ( jetzige Bundesstraße B80 ) und das Posthaus ( jetzige Grundstück S. Pabst / O. Söllner ), das im selben Jahr erbaut wurde, verändert. Im Jahr 1855 war die Postexpedition Wülfingerode für die Beförderung und Zustellung der Post von Friedrichsrode, Obergebra, Rehungen, Sollstedt, Utterode ( damals Oberförsterei ) und Wülfingerode zuständig. Im Jahr 1839 wurde auch ein neuer Friedhof erworben, und zwar ein Ackerstück des Ackermanns Heinrich Hause, am Galgenberge ( jetziger Standort des Friedhofes ) gelegen. Der neue Friedhof wurde im Februar 1840 neu eingeweiht. Im April 1844 war es zu einer Schlägerei zwischen einigen Leineweberburschen und Schäferknechten gekommen. Ein Schäferknecht wurde am nächsten Morgen im bewusstlosen und schrecklichen Zustand gefunden. Trotz der sofortigen ärztlichen Hilfe starb er. Ein höchst denkwürdiges Ereignis für Wülfingerode war die Anwesenheit seiner Majestät des König Friedrich Wilhelm IV. , der vom 17. bis 19. September 1855 im Gutshaus bei der Familie von Angern wohnte. Es fand ein Manöver in unserer Gegend statt.

1864 wurden die Erd- und Kanalarbeiten für die Eisenbahn von Gebra bis Gernrode in Angriff genommen. Die Gemeinde Sollstedt sah die Notwendigkeit, das dass Dorf an die Eisenbahn heranzubringen war, voll und ganz ein, obwohl dafür von ihr 4.000 Reichstaler aufgebracht werden mussten. Für eine kleine Dorfgemeinde, wie Sollstedt mit damals nur 692 lebenden Einwohnern eine enorme Summe. Es wurden die Wärterhäuschen und das steinerne Bahnhofsgebäude nah am Dorf, jedoch in der Wülfingeröder Gemeindeflur gebaut. Am 20. November 1868 war der festliche Tag an dem früh 7.00 Uhr der 1. Personenzug auf dem neuen Bahnhof Sollstedt hielt.

Am 16. Juli 1870 erklärte Frankreich Deutschland den Krieg. Es mussten folgende Bürger von Wülfingerode in den Krieg ziehen: F. Picht, W. Liefeith, G. Brauer, H. Witzenhausen, K. Pfützenreuter, F. Bauersfeld, F. Nolte, F. u. W. Engel, F. Schröter, F. Stange, A. Leukefeld, A. Hause, F. Osterhagen, F. Rennebach, H. Wüstemann, H. Knauft, O. Brenning, W. Krummbein, F. Hause. Alle kamen wieder in ihr Dorf zurück. Nur 2 waren verwundet.

In der Zeit von 1885 bis 1886 wurde der Kommunikationsweg ( Straße ) von Wülfingerode nach Ascherode chausseemässig ausgebaut.

gez. St. Domann
Vors. des Kirchenbauverein
Wülfingerode e.V.


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