Offener Brief des Ev. Sollstedt an den Bundespräsidenten der USA
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Newsdatum: 15.09.2001

Nachstehend veröffentlichen wir im Wortlaut einen offenen Brief des Evangelischen Kirchspiels Sollstedt vom 16.09.2001 an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und erklären, dass sich die politische Gemeinde Sollstedt voll und ganz mit dem Inhalt des Briefes identifiziert. Wir hoffen und wünschen, dass es den Verantwortlichen in den USA nicht an „Augenmaß" fehlen wird.

„Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem wir mit Bestürzung und Entsetzen die Anschläge vom letzten Dienstag gesehen haben, fühlen wir mit den Angehörigen der Opfer tiefen Schmerz, und wir spüren Angst. Wir haben Verständnis für den Wunsch Ihres Volkes nach Vergeltung. Mit Ihnen sind wir der Meinung, dass die Täter und Drahtzieher gefunden und hart bestraft werden müssen. Wir Christen des Evangelischen Kirchspiels Sollstedt erheben unsere Stimme aber gegen jeden militärischen Vergeltungsschlag, der unschuldige Menschen trifft. Wir sind überzeugt davon, dass Terroristen nur mit geheimdienstlichen und polizeilichen Mitteln, nicht aber mit den Mitteln eines Krieges bekämpft werden können. Zudem glauben wir, dass mit einem Weg in Richtung auf eine gerechtere Weltordnung dem Terrorismus die Basis entzogen werden muss.
Wir haben schreckliche Angst vor dem, was ein militärischer Vergeltungsschlag hervorrufen kann. Wir befürchten, dass ein solches Vorgehen letztlich dem Ziel der Terroristen dienen und einen Weltbrand hervorrufen wird, der sich nicht mehr kontrollieren lässt. Darum rufen wir Sie zur Besonnenheit auf und bitten Sie eindringlich jedes militärische Vorgehen zu verhindern, das nicht zielgenau ausschließlich die nachweislich Schuldigen der Terroranschläge trifft."

Diese News wurde am 22.11.2017 um 00:22 Uhr gedruckt