Volkstrauertag 2001
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Kranzniederlegung am 18.11.2001, 14:00 Uhr auf dem Sollstedter Friedhof
Zum dritten Mal kamen wir am Volkstrauertag auf dem Friedhof in Sollstedt zusammen, um an dem noch im alten Jahrtausend aus Spendenmitteln entstandenen Mahnmal gemeinsam die Toten von Diktaturen, Kriegen und Gewaltherrschaften zu ehren und ihrer zu gedenken. Wohl niemand derjenigen, die mit ihrer Spende die Aufstellung des Gedenksteines ermöglichten und mit Sicherheit auch keiner der Anwesenden hat wirklich geglaubt, dass es noch einmal eine derartige Bedrohung des Weltfriedens geben wird, wie wir sie nach den Ereignissen des 11. September in den USA und dem derzeitigen Kriegsgeschehen in Afghanistan erleben müssen, das bis vor wenigen Tagen von einer der menschenverachtendsten Regierungen der Welt, den Taliban, regiert wurde.

Es ist sicher eine traurige Tatsache, dass zu jedem Zeitpunkt der Geschichte an irgend einem Platz der Welt Menschen Opfer wurden, Opfer von Bürger- oder Glaubenskriegen, Opfer von Gewalttätern, Opfer von Naturkatastrophen, Opfer von Hunger und Kälte. Was wir jedoch in diesem zu Ende gehenden Jahr zu beklagen haben, sind Tausende Opfer einer Horde Verblendeter, die eine vermeintliche Vorherrschaft Amerikas bzw. der westlichen, überwiegend christlichen Welt durch eine Vorherrschaft islamistischer Extremisten abzulösen gedenken, wofür ihnen jedes Mittel Recht ist. Beispiellos ist die in der Folge entstandene Solidarität mit den Opfern: Mit nur wenigen Ausnahmen wurden die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon, die Zentralen der westlichen Welt schlechthin, von fast allen Regierungen und Menschen der Erde verurteilt, wurde den mutmaßlich dafür Verantwortlichen jegliche Unterstützung versagt. Doch trotz der heraufziehenden Kriegsgefahr und der damit entstehenden Bedrohung der Zivilbevölkerung hielten sich die Drahtzieher weiter versteckt und nahmen damit bewusst weitere unschuldige Opfer in Kauf.
Fernab vom Kriegsgeschehen in Afghanistan, das von Menschen nach ethischen Gesichtspunkten sehr differenziert beurteilt wird, wie wir an dem Ergebnis der Abstimmung im Deutschen Bundestag zum Kriegseinsatz deutscher Bundeswehrsoldaten am vergangenen Freitag deutlich erkennen konnten, müssen sich alle Regierungen der Welt unter dem Dach der UNO, alle friedliebenden und freiheitlich denkenden Menschen zu einem Bündnis zusammenschließen, das der Zivilbevölkerung in Afghanistan, die unschuldig in die Kriegshandlungen verwickelt wurde, jede nur erdenkliche Hilfe zu Teil werden lässt. Es gibt zu denken, dass die USA und ihre Verbündeten in der Lage waren und sind, in kürzester Zeit Milliarden Dollar, DM, Pfund oder Lira bereitzustellen, um damit einen Krieg zu führen, wo doch schon ein Bruchteil dessen ausgereicht hätte, Millionen von Menschen vor dem Hungertod zu bewahren, an dessen Anblick sich die “medienverwöhnte” Welt seit langem gewöhnt zu haben scheint, ohne dies noch in der Seele zu fühlen.

Vordringliche Aufgabe der Staatspolitik muss es m.E. sein, den auf der Welt vorhandenen Reichtum gerechter zu verteilen, Hunger, Not und Elend zu bekämpfen. Nur über eine gerechtere Weltordnung kann es gelingen, die Menschen aller Kulturen, Hautfarben und Glaubensrichtungen zu einer Menschheit zu vereinen, in der Unterdrückung, Ausbeutung, Kriege, Gewalt und sogenannten " Führer" wie einst ein Hitler und heute ein Osama bin Laden keinen Platz mehr finden.
Mit einer Minute des Schweigens gedachten wir der zahllosen unschuldigen Opfer und unserer Toten.

gez. J. Hohberg
Bürgermeister

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Verantwortlich: Gemeindeverwaltung Sollstedt, Bürgermeister 
Autor: Herr J. Hohberg, Bürgermeister - Kategorie: Veranstaltungen 
Datum: 19.11.2001 - Zeit: 10:50 Uhr